Am
28. und
29. November war ich mit Joachim in
Cabagra, seiner indigenen Gemeinde. Auf dem Weg dorthin passierten wir den
Pass des Todes, der so heißt, da bei seinem Bau angeblich Arbeiter erfroren sind. Das ist allerdings sehr unwahrscheinlich, da es dort nicht weniger als
10 Grad hat. Nach über 4 Stunden Autofahrt kamen wir in
Cabagra an. Wir waren bei einer Familie zu Gast, die aus vier Schwestern und ihren Kindern besteht. Jede Schwester hat mit ihrer Familie ein kleines Haus. Väter gibt es keine, denn die meisten Beziehungen sind hier nicht so fest und der Vater der einen Familie ist aufgrund von Verletzungen, die er sich wegen der schlechten Arbeitsbedingungen auf der Plantage zugezogen hat, mit
27 Jahren gestorben.
Die Kinder haben uns freudig empfangen und uns stürmisch umarmt und gleich mit uns gespielt. Da das Wetter eher schlecht war und es geregnet hat, konnten wir uns nicht gleich umsehen oder an den Fluss zum Baden gehen. Bald gab es dann auch Reis und Bohnen zum Essen und wir haben mit den Kindern kurze Filmchen über Umweltschutz geschaut. Außerdem haben wir noch ein wenig in den Hängematten gechillt und Kakao aus
Cabagra getrunken, bis wir um 9 schon ins Bett gegangen sind.
Am nächsten Tag gab es zum Frühstück wieder Reis und Bohnen, da das hier die einzige Mahlzeit ist. Danach sind wir zu einer anderen Familie gefahren, um dort Gottesdienst zu feiern. Hier sind zwar alle verwandt, da es einen Häuptling gab, der sieben Frauen hatte und dementsprechend viele Kinder und Enkel, doch trotzdem gibt es verschiedene Klans, die sich untereinander nicht ausstehen können. Und so kommt es, dass Joachim zwei Gottesdienste feiern muss.
Vor einigen Jahren gab es auch mal eine Kirche, doch der Häuptling hat das Grundstück mit einem gekauften Anwalt und einer gefälschten Unterschrift vor Gericht für sich beansprucht und die Kirche abgerissen, weshalb die die Gottesdienste in den Häusern der Familien gefeiert werden. Das Thema der Gottesdienste war diesmal Diskriminierung, was für die Indigenen auch Alltag ist. Zwar haben sie schon einiges an Grundstücken zurückbekommen, doch es leben immernoch einige ursprüngliche Europäer dort, obwohl ihnen das Land nicht gehört. Außerdem haben die Indigenen eine schlechtere Schulbildung, da die guten Lehrer in San José arbeiten und so arbeiten die meisten Indigenen auf Plantagen, auf denen schlechte Arbeitsbedingungen herrschen und sie auch ausgebeutet werden.
Nach dem Gottesdienst sind wir zurück zu der Familie mit den vier Schwestern gefahren und haben dort noch einmal Gottesdienst gefeiert. Anschließend gab es noch Mittagessen - natürlich Reis und Bohnen- und dann sind wir wieder zurück nach
San José gefahren.
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| Ein Haus der vier Schwestern |
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| Küche |
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| Küche |
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| Gottesdienst |
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| Küche von der anderen Familie |
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